Friedrich Wilhelm Raiffeisen – einer der Väter der modernen Genossenschaftsidee

F.W. Raiffeisen – Lebenslauf

F.W. Raiffeisen ist am 30. März 1818 in Hamm/Sieg geboren. Im Jahr 1835 hat er den Militärdienst begonnen und im Jahr 1843 beendet. Aufgrund guter Leistungen wurde er bereits im Herbst 1843 zum kommissarischen Kreissekretär in Mayen in der Eifel befördert.

Am 15.2.1845 wurde Raiffeisen nach Verwaltungstätigkeit am Landratsamt Mayen zum Bürgermeister in Weyerbusch ernannt. Im September 1845 heiratete er mit Emilie Storch, sie hatten insgesamt sieben Kinder.

In Jahr 1846  ist der „Weyerbuscher Brodverein“ entstanden. Von Beginn an ging es  eine Distribution von Lebensmitteln, das daraufhin erichtete Gemiendebackhaus ist eine erste genossenschaftsähnliche Einrichtung. Raiffeisen wird Bürgermeister von Flammersfeld.

Im Jahr 1849 gründet Raiffeisen den „Flammersfelder Hülfsverein zur Unterstützung unbemittelter Landwirte“, der Kredite an Landwirte vergibt. Es ist der erste Verein in Deutschland mit Solidarhaftung.

Im Jahr 1852 wird Raiffeisen Bürgermeister von Heddesdorf (heute Neuwied), wo er die Folgen der industriellen Revolution für die Stadtbevölkerung hautnah erlebt. Nach zwei Jahren gründet er den „Heddesdorfer Wohltätigkeitsverein“ für die Fürsorge für verwahrloste Kinder sowie deren Erziehung.

Die von Raiffeisen gegründeten Darlehnskassenvereine im Jahr 1862 in Anhausen, Engers und Heddesdorf verpflichten die Kreditnehmer erstmals zur Mitgliedschaft und können daher als echte Genossenschaften bezeichnet werden.

Im Jahr 1866 veröffentlicht er – mit wesentlicher Unterstützung seiner Tochter Amalie – sein Buch „Die Darlehnskassenvereine als Mittel zur Abhilfe der Not der ländlichen Bevölkerung sowie auch der städtischen Handwerker und Arbeiter“. Das Buch wird ein Erfolg.

Im Jahr 1869 liegt Raiffeisens Fokus auf der Unterstützung der ländlichen Bevölkerung. Bei diesem Systemstreit geht es um unterschiedliche Vorstellungen über die Höhe von Mitgliedsbeiträgen, die Rückzahlungsfristen in Genossenschaften.

Im Jahr 1872 gründet Raiffeisen die Geldausgleichsstelle der „Rheinischen Landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank“ und 1874 die „Deutsche Landwirtschaftliche Generalbank“, durch die die Vereine einander finanziell unterstützen können.

Mit der Gründung im Jahr 1876der Landwirtschaftlichen Zentralkasse für Deutschland und 1877 des „Anwaltschaftsverbandes ländlicher Genossenschaften“ entstehen zentrale Einrichtungen für Spar- und Darlehnskassenvereine auf nationaler Ebene.

Im Jahr 1877 ruft Raiffeisen den ersten Spitzenverband der ländlichen Genossenschaften ins Leben: Im „Anwaltschaftsverband ländlicher Genossenschaften” schließen sich in Neuwied 24 Darlehnskassenvereine zusammen.

Raiffeisen soll für seine Verdienste beim Aufbau des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens die Ehrendoktorwürde der Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn erhalten. Er stirbt kurz davor am 11. März 1888 in Heddesdorf.

Was einer allein nicht schafft …

 In einer Genossenschaft geht es darum, seine Ziele nicht im Alleingang, sondern gemeinsam zu erreichen.

In Deutschland gibt es mehr als 8.000 Genossenschaften und genossenschaftliche Unternehmen. Gemeinsam bilden sie das Rückgrat der mittelständischen Wirtschaft. Weltweit schaffen sie mehr als 100 Millionen Arbeitsplätze und ermöglichen Menschen Wohlstand und Sicherheit.

Genossenschaften wirtschaften nachhaltig und verantwortungsbewusst, sie fördern ihre Mitglieder und sind fest in der Region verankert. Ob Kreditgenossenschaften, ländliche und gewerbliche Genossenschaften: hinter jeder einzelnen verbergen sich Gründer, Mitglieder und eine starke Idee.

Es gibt eine Idee in allen Wirtschaftsbereichen: Agrar- und Energiewirtschaft, Konsum und Kreditwesen, Wohnen und Soziales.

Ländliche Genossenschaften

Raiffeisens Genossenschaftsidee hat im Agrarsektor ihren Ursprung – und ist dort weiterhin erfolgreich. Heute gibt es in Deutschland 2.200 ländliche Genossenschaften. Dazu zählen auch die 830 Genossenschaften, die aus den früheren Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften der DDR (LPG) hervorgegangen sind.

Zitate

„Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele.“

 „Nach meiner festen Überzeugung gibt es nur ein Mittel, die sozialen und besonders auch wirtschaftlichen Zustände zu verbessern, nämlich die christlichen Prinzipien in freien Genossenschaften zur Geltung zu bringen.“

„Der erste Verein war ein Kind unserer Zeit, aus der Not geboren. Ich habe nur die Patentstelle dabei übernommen.“

Den Originalbeitrag finden Sie hier

Ähnliche Beiträge